Gold

Wie wird der Goldpreis bestimmt?

Der Goldpreis steigt und fällt. Und das mehrmals täglich. Doch wie passiert das eigentlich? Wie wird der Goldpreis bestimmt und vor allem wer bestimmt ihn? Ein Überblick.
Der Goldpreis bestimmt sich weltweit durch Angebot und Nachfrage. Je mehr Menschen also gern Gold hätten, desto teurer kann es verkauft werden. Denn Gold ist ein begrenzter Rohstoff. Das heißt, dass nicht beliebig viel Gold befördert werden kann. Es muss aufwendig aus der Erde herausgefiltert werden. 

Wer legt fest, wie teuer Gold ist?

Die wichtigsten und einflussreichsten Finanzinstitutionen dieser Welt bilden die London Bullion Market Association (LBMA). Die Experten kommen aus China, Großbritannien, den USA, Kanada, Deutschland und Frankreich. Sie telefonieren zwei Mal am Tag, um sich auf einen angemessenen Goldpreis zu einigen. Dieser Prozess wird Goldfixing genannt. Wie teuer Gold dann tatsächlich gehandelt wird, bestimmen Rohstoffbörsen. Die wichtigsten Notierungen in Europa finden in Zürich, London und Paris statt. Dabei wird der Preis meistens in US-Dollar aufgeführt, um einen globalen Richtwert zu schaffen. Der Marktpreis ist also nicht nur abhängig von der Goldpreis-Bewertung der LBMA, sondern auch von Angebot und Nachfrage. 

Goldpreis: viele Faktoren zur Ermittlung

Der Marktpreis wird von vielen Faktoren beeinflusst. Es spielt zum Beispiel eine Rolle, wie teuer andere Edelmetalle sind, wie der US-Dollar im Kurs steht oder wie die Ölpreise sind. Außerdem kommt es auch darauf an, wie das Gold verarbeitet ist und wie viel es wiegt. 

In welchen Einheiten wird Gold gemessen? 

Das Gewicht wird dabei in verschiedenen Einheiten beschrieben. Goldmünzen werden in Feinunzen gemessen, Goldbarren in Gramm. Beachte: Es gibt “Gewichtsrabatt”. Je schwerer ein Goldbarren ist, desto geringer ist der Grammpreis im Verhältnis. Also sind 1000 1-Gramm-Barren viel teurer, als ein 1-Kilogramm-Barren.

Spielt die Verarbeitung eine Rolle? 

Goldschmuck ist im Kauf weitaus teurer, als Goldbarren, da die Verarbeitung berechnet wird. Grundsätzlich steigt der Goldpreis mit der Reinheit des Edelmetalls. Je höher der Goldanteil in einem Gegenstand, desto höher der Preis pro Gramm/Unze. Bei Goldmünzen ist der An- und Verkaufspreis zudem stark von der Nachfrage abhängig. Der reine Goldpreis ist dabei zwar der Mindestwert, Münzen können aber, je nach Ausführung und Nachfrage, deutlich teurer gehandelt werden. Die bekanntesten Goldmünzen sind Krügerrand (Südafrika), American Eagle (USA), Wiener Philharmoniker (Österreich), Panda (China) und Maple Leaf (Kanada). 

Geschichte

Schon in der Antike wurde Gold als Zahlungsmittel eingesetzt. Der Grund: Gold glänzt von dem Moment an, in dem es aus der Erde befördert wird. Es muss nicht gereinigt, geschliffen oder anderweitig bearbeitet werden. Um 560 v. Chr. wurden deshalb schon die ersten, einheitlich großen und mit einer Prägung versehenen Goldmünzen hergestellt.  Im Mittelalter wurde Gold kaum mehr als Zahlungsmittel verwendet. Die Menschen horteten das Edelmetall lieber, weil es so wertvoll war. Stattdessen wurde mit Silbermünzen bezahlt. Der Wert des Silbers richtete sich dabei nach dem Wert von Gold. 

Einführung des Bimetallismus

Im Spätmittelalter wurde Gold immer wertvoller, da keine neuen Goldvorkommen gefunden wurden und es so immer schwieriger war, neues Gold zu beschaffen. Erst mit der Entdeckung Amerikas, wo neue Goldquellen entdeckt wurden, wurde die zunehmende Deflation gestoppt. Im späten 18. Jahrhundert wurde der sogenannte Bimetallismus eingeführt. Das bedeutet, dass zwei Währungen von der Regierung anerkannt wurden. Zum einen galt Gold als Zahlungsmittel, zum anderen konnte mit Bargeld bezahlt werden, das aus anderen Metallen (z.B. Kupfer, Silber) hergestellt wurde. Weil das Bargeld aus anderen Materialien jedoch mit steigendem Goldwert auch immer mehr wert war, mussten alle Menschen ihr Gold bei der Bank gegen einen festgelegten Betrag Bargeld eintauschen. So wurde ein stabiles Umtauschverhältnis geschaffen.

Deutschland: Goldmünze als offizielle Währung

In Deutschland wurde mit der Reichsgründung 1871 die Goldmünze als offizielle Währung eingeführt. Nach dem ersten Weltkrieg war das Gold jedoch sehr knapp und der Goldpreis stieg rasant an. Sogar so sehr, dass eine Goldmark knapp eine Billionen Papiermark wert war! Auch der zweite Weltkrieg beeinflusste den Goldpreis in Deutschland maßgeblich. Zwischen 1939 und 1949 stieg der Preis so sehr an, dass die Lebenshaltungskosten in privaten Haushalten um ganze 66% stiegen.